Aktueller Preis
-0.0087 €/kWh
14:45 - 15:00
Mindestpreis
-0.0421 €/kWh
08:45 - 09:00
Durchschnittlicher Preis
0.0687 €/kWh
00:00 - 24:00
Maximaler Preis
0.1588 €/kWh
19:45 - 20:00

Strompreise - Polen

Diese Tabelle/dieses Diagramm zeigt die Preise der TGE Spotbörse für die Gebotszone Polen im Day-Ahead-Markt, angegeben in lokaler Zeit (Europe/Warsaw)
Zeitraum Heute
€/kWh
Morgen
€/kWh
00:00 - 00:15 0.1298 0.1270
00:15 - 00:30 0.1207 0.1200
00:30 - 00:45 0.1201 0.1122
00:45 - 01:00 0.1166 0.1101
01:00 - 01:15 0.1188 0.1106
01:15 - 01:30 0.1185 0.1092
01:30 - 01:45 0.1172 0.1081
01:45 - 02:00 0.1134 0.1049
02:00 - 02:15 0.1127 0.1135
02:15 - 02:30 0.1120 0.1108
02:30 - 02:45 0.1097 0.1103
02:45 - 03:00 0.1083 0.1085
03:00 - 03:15 0.1101 0.1067
03:15 - 03:30 0.1103 0.1056
03:30 - 03:45 0.1089 0.1061
03:45 - 04:00 0.1079 0.1077
04:00 - 04:15 0.1077 0.1075
04:15 - 04:30 0.1070 0.1092
04:30 - 04:45 0.1074 0.1116
04:45 - 05:00 0.1080 0.1135
05:00 - 05:15 0.1056 0.1104
05:15 - 05:30 0.1076 0.1176
05:30 - 05:45 0.1057 0.1318
05:45 - 06:00 0.1036 0.1466
06:00 - 06:15 0.1087 0.1394
06:15 - 06:30 0.1039 0.1510
06:30 - 06:45 0.0945 0.1492
06:45 - 07:00 0.0821 0.1482
07:00 - 07:15 0.1100 0.1604
07:15 - 07:30 0.0847 0.1524
07:30 - 07:45 0.0437 0.1462
07:45 - 08:00 -0.0016 0.1397
08:00 - 08:15 0.0324 0.1555
08:15 - 08:30 0.0000 0.1421
08:30 - 08:45 -0.0397 0.1315
08:45 - 09:00 -0.0421 0.1014
09:00 - 09:15 0.0073 0.1268
09:15 - 09:30 0.0000 0.0850
09:30 - 09:45 -0.0002 0.0693
09:45 - 10:00 -0.0071 0.0474
10:00 - 10:15 0.0002 0.0672
10:15 - 10:30 -0.0004 0.0496
10:30 - 10:45 -0.0006 0.0481
10:45 - 11:00 -0.0006 0.0423
11:00 - 11:15 -0.0005 0.0476
11:15 - 11:30 -0.0008 0.0463
11:30 - 11:45 -0.0015 0.0441
11:45 - 12:00 -0.0031 0.0424
12:00 - 12:15 -0.0051 0.0320
12:15 - 12:30 -0.0062 0.0269
12:30 - 12:45 -0.0069 0.0270
12:45 - 13:00 -0.0076 0.0263
13:00 - 13:15 -0.0117 0.0286
13:15 - 13:30 -0.0139 0.0288
13:30 - 13:45 -0.0145 0.0256
13:45 - 14:00 -0.0143 0.0284
14:00 - 14:15 -0.0106 0.0279
14:15 - 14:30 -0.0116 0.0327
14:30 - 14:45 -0.0087 0.0357
14:45 - 15:00 -0.0087 0.0379
15:00 - 15:15 -0.0092 0.0355
15:15 - 15:30 -0.0044 0.0466
15:30 - 15:45 -0.0012 0.0540
15:45 - 16:00 -0.0006 0.0986
16:00 - 16:15 -0.0010 0.0755
16:15 - 16:30 -0.0008 0.1000
16:30 - 16:45 -0.0001 0.1136
16:45 - 17:00 0.0336 0.1321
17:00 - 17:15 0.0191 0.0946
17:15 - 17:30 0.0613 0.1282
17:30 - 17:45 0.0898 0.1446
17:45 - 18:00 0.1258 0.1599
18:00 - 18:15 0.1106 0.1385
18:15 - 18:30 0.1160 0.1505
18:30 - 18:45 0.1304 0.1832
18:45 - 19:00 0.1412 0.2198
19:00 - 19:15 0.1166 0.1529
19:15 - 19:30 0.1191 0.1912
19:30 - 19:45 0.1345 0.2588
19:45 - 20:00 0.1588 0.3356
20:00 - 20:15 0.1366 0.2688
20:15 - 20:30 0.1419 0.2697
20:30 - 20:45 0.1406 0.2609
20:45 - 21:00 0.1371 0.2250
21:00 - 21:15 0.1487 0.2621
21:15 - 21:30 0.1389 0.1997
21:30 - 21:45 0.1342 0.1552
21:45 - 22:00 0.1289 0.1399
22:00 - 22:15 0.1412 0.1817
22:15 - 22:30 0.1380 0.1536
22:30 - 22:45 0.1250 0.1409
22:45 - 23:00 0.1186 0.1368
23:00 - 23:15 0.1343 0.1523
23:15 - 23:30 0.1215 0.1391
23:30 - 23:45 0.1165 0.1316
23:45 - 00:00 0.1139 0.1252


Überblick über den Strommarkt in Polen

Polen erlebt einen dramatischen Wandel seines Strommarkts. Einst ein kohleabhängiger Außenseiter in Europas grüner Energiewende, steuert das Land nun entschlossen auf ein nachhaltigeres und diversifizierteres Energiesystem zu. Zwischen 2023 und 2025 hat sich die Energielandschaft Polens grundlegend verändert – angetrieben durch wirtschaftlichen Druck, EU-Vorgaben und ehrgeizige nationale Ziele. Dieser Blog wirft einen genaueren Blick auf die Trends, Herausforderungen und Chancen, die den polnischen Strommarkt heute prägen.

Abschied von der Kohle: Ein schrumpfender Riese

Kohle war lange das Rückgrat der Stromerzeugung in Polen, doch ihre Dominanz nimmt stetig ab. Im Jahr 2023 machte Kohle etwa 60 % der Stromerzeugung aus – ein deutlicher Rückgang gegenüber 70,7 % im Jahr zuvor. Dieser Rückgang ist kein Zufall. Steigende CO₂-Zertifikatskosten im Rahmen des Emissionshandels der EU und der rasche Ausbau erneuerbarer Alternativen beschleunigen den Rückzug der Kohle.

Besonders aufschlussreich ist der Rekordrückgang der kohlebasierten Stromerzeugung um 22 TWh im Jahr 2023. Das Land verändert nicht nur seine Mischung – es vollzieht einen echten Wandel. Auch wenn Kohle weiterhin eine wichtige Energiequelle bleibt, sind ihre Tage als Rückgrat der polnischen Stromversorgung gezählt.

Erneuerbare übernehmen die Führung: Solar- und Windkraft im Aufwind

Während die Kohle schwindet, boomen die erneuerbaren Energien. Im Jahr 2023 lieferten Wind- und Solarenergie zusammen über 21 % des polnischen Stroms – ein Anstieg gegenüber 16 % im Jahr 2022. Der Gesamtanteil der erneuerbaren Energien an der Erzeugung stieg auf 27 %.

Photovoltaik (PV) ist dabei der Shooting-Star. Mit über 4 GW neu installierter Kapazität allein im Jahr 2024 gehört Polen nun zu den am schnellsten wachsenden Solarmärkten in der EU. Die installierte Solarkapazität soll sich bis 2025 verdoppeln und bis 2030 verdreifachen – dank sinkender Technologiekosten und starker staatlicher Förderung.

Windenergie trägt derweil 14 % zum Strommix bei, mit Plänen für 11 GW Offshore-Kapazität bis 2040. Während das Wachstum an Land durch Bauvorschriften (insbesondere die „10H-Regel“) gebremst wird, bietet die Ostsee ein riesiges neues Potenzial für saubere Energie.

Andere erneuerbare Energien – wie Biomasse (4,7 %) und Wasserkraft (2,2 %) – spielen eine kleinere Rolle, ihr Wachstum dürfte im Vergleich zu Solar und Wind moderat ausfallen.

Die Netz-Herausforderung: Schritt halten mit dem Wandel

Eine der größten Herausforderungen der Energiewende in Polen ist die Netzkapazität. Die aktuelle Infrastruktur wurde für zentralisierte Kohlekraftwerke gebaut, nicht für dezentrale und wetterabhängige erneuerbare Energien. Daher sehen sich Solar- und Windprojekte zunehmend mit Abregelungen konfrontiert – besonders im Sommer, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigen kann.

Investitionen in die Modernisierung des Netzes und in Energiespeicher haben daher höchste Priorität. Die Regierung, unterstützt von EU-Mitteln und der Europäischen Investitionsbank, investiert massiv in den Ausbau und die Aufrüstung des Netzes. Auch Speicherlösungen wie Batterien werden entwickelt, um Angebotsschwankungen auszugleichen und erneuerbare Energie nicht zu verschwenden.

Strompreise: Hohe Kosten und staatlicher Schutz

Die Strompreise in Polen gehören zu den höchsten in Europa – selbst unter Berücksichtigung staatlicher Preisdeckel. Die Hauptgründe? Hohe Abhängigkeit von emissionsintensiver Kohle, hohe CO₂-Kosten und der Bedarf an massiven Infrastrukturausbauten.

Um die Verbraucher vor Preisschwankungen zu schützen, hat die Regierung die Haushaltsstrompreise bis September 2025 auf 500 PLN/MWh gedeckelt. Ohne diese Obergrenze hätten die Preise über 620 PLN/MWh steigen können. Zudem wurden in diesem Zeitraum Kapazitätsgebühren für Haushalte ausgesetzt.

Diese Maßnahmen haben zwar die Verbraucher geschützt, könnten jedoch auch notwendige Investitionsanreize für den Netzausbau und die Förderung erneuerbarer Energien verzögern. Unternehmen sind von der Preisdeckelung ausgenommen und müssen sich an marktorientierte Preise anpassen – was sie dazu bewegt, ihren Energieverbrauch zu optimieren und alternative Quellen wie eigens erzeugte Solarenergie zu erschließen.

Dynamische Tarife: Eine neue Ära der Flexibilität

Ein wichtiger Fortschritt im Jahr 2024 war die offizielle Einführung dynamischer Stromtarife. Diese ändern sich stündlich oder alle 15 Minuten und spiegeln das Echtzeit-Angebot und die Nachfrage an der polnischen Strombörse (TGE) wider. Ziel ist es, Verbraucher dazu zu motivieren, ihren Stromverbrauch auf Zeiten zu verlagern, in denen Strom sauberer und günstiger ist – vor allem bei hoher erneuerbarer Erzeugung.

Große Stromanbieter sind nun gesetzlich verpflichtet, dynamische Tarife für Haushalte und Kleinstunternehmen anzubieten. Die Einführung steht jedoch noch am Anfang. Gründe dafür sind:

  • Fortbestehende Preisdeckel (die nicht für dynamische Tarife gelten),
  • Begrenzte Einführung von Smart Metern (wichtig für Echtzeitabrechnung),
  • Geringes Bewusstsein und Zurückhaltung bei Verbrauchern.

Dennoch erkennen Prosumumenten – also Verbraucher, die selbst Strom erzeugen – zunehmend die Vorteile. Mit Solaranlagen, Batteriespeichern und intelligenten Geräten können sie zu niedrigen Preisen einkaufen und zu hohen Preisen verkaufen. Da der Ausbau intelligenter Zähler voranschreitet (mit landesweiter Abdeckung bis 2031), wird eine breitere Nutzung dynamischer Tarife erwartet.

Ein neues regulatorisches Umfeld: Politik als Treiber des Fortschritts

Der Umbruch in der polnischen Energiepolitik wird durch einen sich entwickelnden regulatorischen Rahmen unterstützt. Wichtige Entwicklungen sind:

  • Gesetz zu Offshore-Windparks: Unterstützung der Entwicklung in der Ostsee durch vereinfachte Genehmigungsverfahren und Subventionen.
  • Beschleunigungsgebiete für erneuerbare Energien: Entsprechend den EU-Richtlinien sollen diese Zonen Projekte mit vereinfachten Verfahren beschleunigen.
  • Aktualisierte NECP-Ziele: Polen strebt nun 56 % Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 an – gegenüber 44 % im Jahr 2023.

Diese Maßnahmen spiegeln den strategischen Wandel von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen hin zu einem saubereren, EU-konformen Energiesystem wider. Das Amt für Energieregulierung (URE) spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung dieser Veränderungen, der Überwachung von Tarifen und der Förderung der Modernisierung.

Ein Blick in die Zukunft: Was kommt als Nächstes für den Energiemarkt in Polen?

Der polnische Energiemarkt befindet sich mitten im Wandel – doch der Weg ist nicht frei von Herausforderungen. Wichtige Prioritäten sind:

  • Netzmodernisierung und Speicher: Unverzichtbar für eine zuverlässige Integration erneuerbarer Energien.
  • Entwicklung der Kernenergie: Mit dem ersten Kraftwerk ab 2033 soll Atomstrom als CO₂-arme Grundlast dienen.
  • Einbindung der Verbraucher: Dynamische Tarife, intelligente Zähler und nachfrageseitige Steuerungsinstrumente müssen sich durchsetzen.
  • Investitionsklima: Ein stabiles, vorhersehbares regulatorisches Umfeld ist entscheidend, um privates Kapital in erneuerbare Energien und Infrastruktur zu lenken.

Polen holt nicht mehr nur auf – es beginnt, bei der Einführung sauberer Energien eine Führungsrolle einzunehmen. Der Weg mag komplex sein, doch mit starker Politik, Investitionen und öffentlicher Unterstützung hat das Land das Potenzial, eine Erfolgsgeschichte der Energiewende in der Region zu werden.